Mein wichtigster Rat an mein Gründer-Ich


Sascha Theobald hat eine Blogparade zum Thema “Mein wichtigster Rat an mein Gründer-Ich” ausgerufen. Da nehme ich doch gerne Teil und schreibe einmal meinen wichtigsten Rat an mein Gründer-Ich auf :)

Kurz gesagt ist mein wichtigster Rat: Langfristig Denken, kurzfristig Handeln. Was meine ich damit?

Meiner Erfahrung nach fehlt vielen Gründer*innen die richtige Balance zwischen einer langfristigen Planung und einem kurzfristigen Handeln. Es gehört wohl auch eine gute Portion Erfahrung dazu, diese Balance zu finden - das kommt natürlich erst mit der Zeit.

Das habe ich - im Nachhinein - auch bei mir gemerkt: 2009 habe ich, neben meinem eigentlichen Hauptberuf, schon bei vardea mitgeholfen. Dort bin ich mittlerweile Gesellschafter-Geschäftsführer geworden, aber das war damals noch nicht absehbar. Damals habe ich mehr mitgemacht und weniger drüber nachgedacht, was das langfristig wird.

2013 habe ich - neben meinem Studium - mit Leotas angefangen. Da hatte ich zwar langfristig im Blick, meine IT-Kenntnisse auf selbstständiger Basis zu Geld zu machen, aber noch viel zu wenig dafür getan. Gut, ich war ja auch eigentlich mit dem Studium beschäftigt, trotzdem war das ganze mehr gedacht als gemacht.

Hätte ich im einen Fall von Anfang an mehr nachgedacht und im anderen Fall von Anfang an mehr getan, wäre ich heute ein ganzes Stückchen weiter. Schauen wir uns ein paar Bereiche an, wo das konkret zu sehen ist.

Vermögensaufbau & Altersvorsorge

Viel zu viele Selbstständige schlittern in die Altersarmut, weil sie zu wenig fürs Alter vorsorgen. Das war mir grundsätzlich auch schon lange bewusst - trotzdem war mir nicht bewusst, wie sehr sich das schon in kurzer Zeit summiert. Indem ich schon neben dem Studium meine Selbstständigkeit aufgebaut habe, bin ich jetzt in der komfortablen Lage, meine Selbstständigkeit einfach zum Hauptberuf zu machen. Weil ich aber “erst” nach einer kaufmännischen Ausbildung und fünf Jahren Berufserfahrung studiert habe, fehlen mir nun einige Jahre, in denen andere schon längst in die Rente eingezahlt haben.

Langfristig wird sich mein Studienabschluss bezahlt machen. Ich habe auch direkt nach dem Studium mit der Altersvorsorge angefangen und bin jetzt als Selbstständiger freiwillig pflichtversichert in der Deutschen Rentenversicherung. Nur hätte ich da gerne schon vor ein paar Jahren mehr drüber nachgedacht.

Bloggen

Neben diesem Blog schreibe ich noch auf meinem persönlichen Blog Sven Meyer Works und will auch mehr im vardea Logistik-Blog schreiben. Auf allen dreien schreibe ich mehr oder weniger seit 2015, also immerhin schon über drei Jahre. Mit Blick darauf habe ich viel zu wenige Artikel geschrieben.

Die Blogs sind so ein typisches Beispiel für zu viel nachgedacht. Ich habe immer wieder evaluiert, ob die Blogs jeweils für sich noch Sinn machen, wie ich das wohl optimieren könnte, was SEO-mäßig zu tun wäre, etc. Zeitweise waren die Leotas-Blog-Artikel auf sven.meyer.works und leotas.com bestand nur aus einer einzelnen Seite. Alles in allem hätte ich hier weniger drüber nachdenken müssen, sondern viel mehr schreiben - also handeln - müssen.

Work-Life-Balance

Damit bin ich im Nachhinein unzufrieden. Ich habe die letzten Jahre viel zu sehr mit Studium & Gründung verbracht und habe viel zu wenig auf mein Privatleben geachtet. Ein guter Schritt ist die ehrenamtliche Mitarbeit im CSD Bremen - aber auch das heißt ja aus gutem Grund ehrenamtliche Arbeit und ist keine echte Entspannung.

Klar, Studium und Gründen bedeutet Stress. Aber im Nachhinein betrachtet hätte ich trotzdem mehr aufs Private achten sollen.

Unternehmensverkauf und -nachfolge

Viele Selbstständige möchten zur Rente hin ihr Unternehmen verkaufen oder an eine*n Nachfolger*in übergeben. Dafür ist es aber wichtig, ein paar Weichen zu stellen: Die Firma darf nicht zu sehr an der eigenen Person hängen. Die Übergabe an eine*n Nachfolger*in ist auch nicht mal eben so gemacht. Neben Dingen wie der Rechtsform und dem Firmennamen gibt es hier einige Weichen zu stellen. Wer von Anfang an an einen Verkauf denkt oder eine Nachfolge plant, tut sich leichter, wenn sie oder er von Anfang an die richtigen Weichen stellt.

Hier kann ich auch nach einigen Jahren sagen: Das lief gut. “vardea” als Name hängt bewusst nicht mit meinem Partner oder mir zusammen. Als GmbH ist es auch kein Problem, die Firma zu verkaufen oder einmal fließend Anteile an eine*n Nachfolger*in zu übergeben. “Leotas” hingegen war von Anfang an so geplant, dass es einfach mein geschäftliches Handeln umfasst. Leotas hängt also völlig an mir als Person, das ist aber auch ok so.

Langfristig Denken, kurzfristig Handeln

Um langfristig zu Denken und kurzfristig zu Handeln muss die zeitliche Aufteilung zwischen Planen und Handeln stimmen. Zu wissen, wann der Planung genug ist und wann was genau zu tun ist, hängt natürlich viel von Erfahrungswerten ab - trotzdem würde ich meinem Gründer-Ich raten, sich von Anfang viel mehr zu fragen:

  1. Denke ich an die richtigen Sachen zur richtigen Zeit?
  2. Mache ich die richtigen Sachen zur richtigen Zeit?

Daraus ist auch letztlich mein Interesse an Selbstmanagement und Getting Things Done entstanden. Besonders inspiriert hat mich auch das Buch Die fünf Geheimnisse, die Sie entdecken sollten, bevor Sie sterben* von John Izzo.

Sven Meyer

Geschrieben von: Sven Meyer

Ich bin Sven Meyer und unterstütze Selbstständige, ihr Business auf gesunde Beine zu stellen. Die Kernzutaten: organisiert arbeiten, die richtige Technik und clevere Abläufe. So steht dem Wachstum nichts im Weg!

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